Kinderoffenes Abendmahl ...

Zum Abendmahl lädt unser Herr Jesus Christus alle ein, auch unsere Kinder. Lesen Sie hier Bedenken und Argumente und entscheiden Sie als Eltern selbst, wie Sie als Familie das Abendmahl im Gottesdienst feiern wollen.
Die Kinder wissen nicht, was das Abendmahl bedeutet. Deswegen können sie es weder angemessen und würdig empfangen, noch benehmen sie sich bei einer Abendmahlsfeier entsprechend. Hierbei wird auf 1.Kor. 11, 17ff und 27ff hingewiesen und vor dem "unwürdigen Empfang" gewarnt, der das Gericht nach sich zieht.

Dagegen kann man einwenden:

Das Abendmahl lebt nicht in erster Linie vom Verstehen, sondern vom gemeinsamen Feiern. Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott und mit den Anderen am Tisch des Herrn ist nicht abhängig von nachprüfbarem Verstehen und der Wiedergabe von bestimmten Lehrsätzen, aber sie ist erfahrbar. Solche erlebte Gemeinschaft bietet aber ausreichende Zugänge zum Abendmahl in seiner Bedeutung für den Einzelnen und die Gesamtheit. Gottes Liebe, mit der er sich uns zuwendet, ist verstandesmäßig nur bedingt fassbar, aber sie aknn erfahren, gefühlt, geschmeckt werden. Deshalb sollte man eher vom "Zugang" als vom "Verstehen" des Abendmahls sprechen.

Zu fragen ist weiters, ob denn Erwachsene wirklich alles verstehen, was im Abendmahl geschieht. Und wie steht es mit geistig behinderten Menschen? Aus der Situation in 1.Kor. 11 (Abendmahl als Sättigungsmahl) lässt sich "Unwürdigkeit" als ein Nichtachten auf den anderen und schon vorher mit dem Essen anfangen beschreiben. Das lässt sich aber nicht auf Kinder heute übertragen.


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Wenn die Konfirmation nicht mehr die Zulassung zum Abendmahl ist, wird sie in ihrer Bedeutung für die Kinder und für die Gemeinde geschmälert.

Dagegen kann man einwenden:

Die Konfirmation hat viele andere Bedeutungsinhalte. Sie ist das eigenverantwortliche Ja der Jugendlichen, die als Kind getauft wurden, zum christlichen Glauben und zur evangelischen Kirche. Es ist Segnung und Bestärkung (lat.=confirmare) durch die Kirche auf dem Glaubensweg. Es ist der Eintritt in den Status des vollberechtigten Gemeindemitgliedes (Patenamt, aktives Wahlrecht, staatliche Religionsmündigkeit). Wie kann ein Mensch zu einem Glauben Ja sagen, von dem er einen ganz wichtigen Teil des Glaubenslebens, nämlich das Abendmahl, noch gar nicht erfahren und erlebt hat? Außerdem wird das Abendmahl beim Konfirmationsgottesdienst damit spürbar entlastet: nicht mehr das ganz Besondere, Einmalige, das dann schnell in Peinlichkeit umschlägt, weil es ungewohnt ist (deshalb kichern KonfirmandInnen so oft).


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Oft ist der Abendmahlsfeier die Beichte vorgeschaltet. Da Kinder noch keine Schulderkenntnis haben, können sie die Beichte nicht wirklich innerlich mitfeiern. Die Verbindung von Beichte und Abendmahl ist für viele Gemeindeglieder und in manchen Gemeinden eine gewachsene Tradition: Dem Ritus der Lossprechung in der Beichte folgt die erfahrbare Sündenvergebung im Abendmahl.

Dagegen kann man einwenden:

Kinder haben sehr wohl ein Unrechtsbewusstsein und können zwischen gutem und bösem Tun unterscheiden. Und sie haben auch das Bedürfnis, Schuld wieder loszuwerden. Der traditionelle Ritus der Beichtfeier ist jedoch für Kinder weniger geeignet. Theologisch ist jedoch die Anbindung der Beichte an das Abendmahl nicht zwingend und genau genommen sogar fragwürdig, denn in beiden Feiern geht es um die Befreiung zu einem neuen, unbelasteten Leben. In der evangelischen Tradition wurde die ortlose Beichte an das Abendmahl angegliedert. Viel eher könnte man die Beichte neu beleben und ihr einen eigenen Ort im Gemeindeleben zuweisen.


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Kinder brauchen gerade in der heutigen Zeit die Erfahrung, auf etwas warten zu müssen und nicht alles sofort zu bekommen. Hier sollte sich gerade die Kirche dem gesellschaftlichen Trend entgegenstellen und so das Besondere des Abendmahls unterstreichen.

Dagegen kann man einwenden:

Sicherlich ist es sinnvoll, wenn Kinder nicht sofort alles dürfen. Aber ist das sinnvoll im Blick auf das Kennen lernen und Einüben von Elementen des Glaubenslebens?  Obwohl die Taufe die Mitgliedschaft in der Kirche bedeutet, wird für die Kinder ihre vollgültige Teilnahme am Gottesdienst bis zur Konfirmation hinausgeschoben. Sie werden damit als Gemeindeglieder im Heute und Jetzt nicht ernst genommen.


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Die derzeitige Gestaltung von Abendmahlsfeiern ist meistens nicht sehr kindgerecht. Erwachsene fühlen sich durch Kinder gestört.

Dagegen kann man einwenden:

Es ist egoistisch, nur von den Erwachsenen auszugehen. Wenn es ein Gemeinschaftsmahl ist, kann das nicht auf Kosten anderer, in dem Fall der Kinder, gehen. Eine Änderung der Abendmahlsfeier könnte zudem auch vielen Erwachsenen gut tun. Abendmahl ist nicht nur mein individuelles Stehen vor dem großen und gütigen Gott, sondern Feier der Liebe Gottes durch die versammelte Gemeinde und die Erfahrung der Verbindung mit Schwestern und Brüdern durch Gottes Hingabe.


Kinder sind nicht dazu da, um einer müde gewordenen Abendmahlspraxis wieder neuen Schwung zu geben. Abendmahl feiern gehört zum innersten Bereich der Gemeinde und ist nicht dazu angetan, durch große Offenheit zur "Werbeaktion" für die Gemeinde zu werden.

Dagegen kann man einwenden:

Es ist zwar wichtig, die Kinder nicht zu instrumentalisieren, aber es ist auch ein Scheinargument, damit alles so bleiben kann, wie es ist und ja nichts geändert wird. Grund führ die Öffnung des Abendmahls für Kinder kann nicht die Hoffnung sein, dadurch wieder vollere Gottesdienste zu bekommen, sondern muss allein theologisch begründet werden.

 

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