Fahrt ins evangelische Salzkammergut 2006

Am 9. und 10. Juni fuhren mit Pfarrer Hof 23 Erwachsene aus Innsbruck und Umgebung und vier OberschülerInnen mit Pfarrer Rotter aus Landeck. Der führte uns schon im Bus in die Geschichte des Christentums und insbesondere des Protestantismus im Westen Österreichs ein.

Den ersten Blick ins Salzkammergut gab es von der Autobahnraststätte Mondsee aus. Von dort ging es den See entlang und dann über St. Gilgen und den Wolfgangsee nach Bad Ischl. Dort sahen wir die erste der großen evangelischen Salzkammergut-Kirchen. Manche leisteten sich als Mittagessen einen Kuchen in der k.u.k. Hofbäckerei Zauner ...in der k.u.k. Hofbäckerei Zauner

Auch in Bad Goisern besuchten wir die evangelische Kirche, dann ging es unter sachkundiger Führung von Lektorin Helga Schmalnauer den "Toleranzweg" hinauf. Da erinnern Tafeln entlang des Wegs an die Zeit, in der das Salzkammergut ganz evangelisch war, dann die Verfolgung, und wie nach dem Toleranzpatent Kaiser Joseph des Zweiten 1781 überraschenderweise so viele sich als evangelisch "aufschreiben" ließen, dass eine Reihe von evangelischen Gemeinden in diesem Gebiet gegründet werden konnten - eben die "Toleranzgemeinden".

 

in der k.u.k. Hofbäckerei Zauner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vor der Goiserer Kirche

 

Der Weg freilich - eher ein Pfad - forderte von allen ein hohes Maß an Toleranz, denn er führte zunächst durch sumpfige Wiesen und dann, kaum gebahnt, steile Hänge empor. Gott sei Dank kamen alle unbeschadet zum Bus zurück.

 

Der führte uns hinauf zum Gosausee, in dem sich der tief verschneite Dachstein spiegelte - ein unvergessliches Bild. Der neue Pfarrer der Gosau, Carsten Marx, sagte uns dann in "seiner" Kirche, warum auf den Kirchenbänken immer noch Namensschilder angebracht sind, weshalb sich auch sonst in einer Toleranzgemeinde nicht so schnell etwas ändert, dass in dem Hochtal fast drei Viertel der Bevölkerung evangelisch sind, und dass die Pfarrgemeinde mit ihren Heimen und dem Kindergarten der größte Arbeitgeber ist. Uns Diaspora-Tirolern blieb der Mund offen ... Natürlich wohnten wir in Gosau im evangelischen "Haus der Begegnung" - gut untergebracht und verköstigt, freundlich behandelt, und das bei sehr moderaten Preisen: Sehr zu empfehlen!

 

 

 

Am Samstagvormittag spazierten wir durch Hallstatt, den Ort zwischen Felswand und See. Dort erzählte uns Pfarrer Benck in der Kirche, die das Ortsbild prägt, wie sich die Evangelischen hier gehalten haben, und dass nun in Hallstatt ein gutes ökumenisches Klima herrscht. Beim Rückweg zum Bus wurden wir alle leicht benetzt, und bei der Fahrt nach Norden, den Traunsee entlang, verbargen sich die höheren Berge schon in Wolken.

Rutzenmoos war der letzte Ort unserer Reise - ein kleines Dorf in der Nähe von Vöcklabruck. Auf die dortige Toleranzgemeinde gehen alle evangelischen Gemeinden in Salzburg und Tirol zurück. In der einstigen evangelischen Volksschule ist dort das evangelische Museum Oberösterreich nach modernsten museumspädagogischen Prinzipien eingerichtet.

 

 

 

Am Gosausee

 

Der kürzlich in Pension gegangene Superintendent von Oberösterreich, Hansjörg Eichmeyer, und seine Frau Ulrike, die mit anderen dieses Museum aufgebaut haben, führten uns durch die Räume. So wurden diese zwei Stunden zu einer beeindruckenden Vertiefung und Zusammenfassung all dessen, was wir in diesen Tagen an lebendiger Kirchengeschichte erlebt hatten.

Auf der Rückfahrt gab Fritz Obermeier noch folgendes Gedicht zum besten:

 

Es führte uns in diesen Tagen ein guter Hirte sozusagen.

Mit Weisheit, Güte und Elan ging seiner Herde er voran.

Die Toleranz recht einzuüben, das wird in Goisern übertrieben.

Doch den geheimen Grimm nicht ganz

bezähmte er in Toleranz.

Bernd Hof

Hallstatt

Bericht: & Bild: Bernd Hof

 

zum Seitenanfang        zurück