Sterbehilfe - Vortrag und Gespräch

Fakten und Mythen rund ums "selbstbestimmte Sterben" mit Marianne Karner
Moderation: Pfarrerin Ulrike Swoboda

08.10.2020 19:00 – 20:30

wo: Christuskirche/OEZ, Martin-Luther-Platz, Innsbruck

Im Herbst 2020 wird der österreichische Verfassungsgerichtshof seine bereits begonnenen Beratungen zu dem Thema "Sterbehilfe" bzw. "assistierter Suizid" fortsetzen. Hintergrund ist die Klage von vier betroffenen Patient*innen bzw. Ärzten. Denn in Österreich sind "Tötung auf Verlangen" (aktive Sterbehilfe) und die "Beihilfe zum Selbstmord" verboten (Strafgesetzbuch). Doch der gesellschaftliche Tenor hört sich - scheinbar - anders an: "Ich habe immer selbstbestimmt gelebt. Deshalb möchte ich auch selbstbestimmt - in Würde - sterben und nicht im Pflegeheim dahin vegetieren." Auftrieb bekommen die Sterbehilfe-Befürworter durch die Entwicklungen in Belgien und den Niederlanden, wo es die Möglichkeit der "aktiven Sterbehilfe" schon sehr lange gibt, der Schweiz mit dem "assistiertem Suizid" etwa durch Dignitas und Exit, dem amerikanischen Bundesstaat Oregon oder ganz aktuell durch die bevorstehende Neuregelung des "ärztlich assistierten Suizids" in Deutschland. Doch was heißt eigentlich "selbstbestimmt und in Würde Sterben"? Welche Folgen könnte eine Gesetzesänderung in Österreich haben? Welche anderen Möglichkeiten sind in Österreich jetzt schon möglich? Wer profitiert eigentlich von dem Modell "selbstbestimmt Sterben"?

In dem Vortrag mit anschließender Gelegenheit zur Beantwortung von Fragen und Diskussion geht es nicht um religiöse bzw. theologische Gründe, die gegen eine Öffnung hin zur "aktiven Sterbehilfe" und "assistiertem Suizid" sprechen. Es geht vielmehr um sozialethische, gesellschaftspolitische, geschichtliche, medizinische, ... Argumente, die dazu anregen sollen, dem Trend zur "Sterbehilfe" kritischer gegenüber zu stehen und die in den Hintergrund geratenen Aspekte, Kritikpunkte und Fragen frei zu legen.

Mag. Marianne Karner (Studium der evangelischen Fachtheologie. 4,5 Jahre Arbeit an Uni Wien bei Prof. für Medizin-Ethik, langjährige Berufserfahrung im Sozialbereich, Perspektivenwechsel durch eigene, erworbene chronische Erkrankung und Behinderung, ehrenamtliche Tätigkeiten in Behindertenpolitik und bei BIZEPS. Derzeit ehrenamtlich selbständig: Sensibilisierungsschulungen und Workshops zum Thema Behinderung für Schulklassen ab 14 Jahren und in einschlägigen Ausbildungszentren. Vorträge, Publikationen und Blog zum Thema "Sterbehilfe"). twitter.com/uebersleben

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